Chronik Dornhofen

 

Auf einer Hangstufe der linken Talseite der Rabnitz liegt das Schloß Dornhofen, ein Renaissancebau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts mit Uhr- und Glockentürmchen. Um das einstöckige Hauptgebäude sind Wirtschaftsgebäude angeschlossen, die in Hufeisenform einen Hof umgeben, der an der vierten Seite durch eine Mauer abgeschlossen ist.

 

Kleine Basteien gaben dem Hof einen bescheidenen Wehrcharakter. Dieser Edelsitz wurde auf dem Grunde von zwei Bauernhöfen, dem „Dorner- und dem Pluemberhoff“ zu Anfang des 17. Jahrhunderts von Otto von Ratmannsdorf, der diese Güter von Frau Maria von Wilfersdorf, geborenen Staiger, um das Jahr 1580 gekauft hatte, „neu ziemlich wohl erbaut“. Im Jahre 1601 ließen die Drärlerischen Erben den Sitz wegen verschiedener Schulden des Ratmannsdorfers pfänden. Doch hatte auch Gottfried von Falbenhaupt noch von Maria von Wilfersdorf her Ansprüche auf den Adelsitz; er löste ihn von den Drärlerischen Erben ab und baute ihn weiter aus, wie eine Bauinschrift von Jahre 1624 angibt.

 

Wegen der Fischrechte auf der Rabnitz kam er mit Gottfried von Herzenkraft in Streit, der behauptete, solange er am „Purgstall“ sitze, habe niemand anderer auf der Rabnitz gefischt als er. Der Streit wurde aber mit einem Vergleich beigelegt.

 

Maria Rosina Freiin von Eibiswald erhielt nach den Falbenhaupt das Anwesen teilweise durch Erbschaft, teilweise durch Ablösung von den anderen Erben. Sie hatte wieder wegen des „Rephienerfangs“ in der Gemeinde Hofstätten einen Jagdrechtsstreit mit der Herrschaft Unter-Fladnitz (1656). Das Gut Dornhofen erbte im Jahre 1665 ihre Tochter Maria Eusebia Gräfin Galler, die auch den Jagdrechtsstreit ihrer Mutter fortsetzte und gerichtlich feststellen konnte, dass das Reisgejaid zu Hofstätten von Gottfried von Falbenhaupt zum Schlosse Dornhofen gekauft worden sei. Sie muß eine recht streitbare Frau gewesen sein, denn die ganze Zeit ihres Besitzes ist mit ähnlichen Streitigkeiten ausgefüllt, die wohl auch darauf zurückzuführen sind, dass eben Dornhofen aus Bauernhöfen entstanden ist, die keine Jagd- und Fischrechte besessen hatten. Zum Gute Dornhofen gehörten auch Untertanen in der Pfarre Straden (in der südöstlichen Mittelsteiermark), die mit 28 Gülten im Jahre 1700 von der Gräfin Galler an Maria Eleonora von Pranth verkauft wurde.

 

Maria Eusebia Gräfin Galler vermachte das mit Steuerschulden belastete Gut Dornhofen an Frau Maria Eleonora Gräfin Steinweiß, verwitwete Freiin von Pranth, geborene Freiin von Rottal, jedoch unter der Bedingung, dass deren Sohn Ferdinand Josef Graf Pranth ihr im Besitz folgen solle. Dieser übernahm auch das Gut mit 74 Gülten im Jahre 1733 und verkaufte es am 3. Juni 1746 an den Erzbischof von Wien, Grafen Ladislaus von Kollonitsch um 45.000 fl. Im gleichen Jahr war seine Frau Anna Theresia, geborene Gräfin von Wildenstein gestorben und da ihr Witwer die „Konduktskosten“ von 158 fl. 50 kr. nicht zahlen wollte, mussten die Minoriten diesen Betrag durch eine Klage hereinbringen.

 

Damals wurde auch das Gut Dornhofen durch eine Kommission geschätzt. Es ward als „ein schen situiertes und mit vielen Zimmern neu verwahrtes wohl erbautes Schloß“ geschildert. Zum Schloß gehörten Wirtschaftsgebäude und Stallungen, eine Mühle zu Eggersdorf, „ein Kuchlgarten unter dem Schloß, ein Kränzelgarten“, Wiesen, Wälder und Äcker, 1 Teich im „Purgstall“, 5 kleinere Teiche, neben dem Schloß der große Schloßteich „auf 100 Stück Karpfen“ und noch zwei kleine Teiche, sowie „ein Wasser- oder Springbrunnen vor dem Schloß, worinnen Forellen aufgehalten werden können“, und das Fischwasser in der Rabnitz.

 

Die Untertanen saßen im Purgstallamt, das aus dem sogenannten “Purgstallhoff“ entstanden war und in einer großen Zahl weiterer Ämter in der Umgebung. Sie hatten als Robot außer ihren Diensten das Brennholz für das Schloß zu hacken, die notwendigen Fuhren nach Graz durchzuführen und die herrschaftlichen Gründe, vor allem jene des ehemaligen Burgstallhofes zu bestellen. Die Herrschaft fiel dann auf den Adoptivsohn des Erzbischofs, dem dessen Sohn Sigmund und diesem Maximilian Graf Kollonitsch folgte. Später kam das Schloß an andere Besitzer.

 

1972 erwarben Anton und Stefanie Strahl das Schloß und begannen es sukzessive zu renovieren. Heute sind viele Teile des Schlosses gerettet! Das Schloß erstrahlt mit seinem Schlossgarten, dem, Arkadenhof, der barocken Schlosskapelle sowie seinem Rittersaal mit offenen Kamin und anderen Sälen in neuem Glanze.

 

Quellen: G.; Lr. Eibiswald, Falbenhaupt, Galler, Herzenkraft, Kollonitsch, Pranth, Ratmannsdorf; S.M. Freiberg, Dornhofen; Landtafel, Band 26, S. 201.